Project title: Urban-rural migration and rural revitalization in Japan = Stadt-Land-Migration und ländliche Revitalisierung in Japan : Final Report = Abschlussbericht
This is the summary of the final project report submitted to the German Research Foundation (DFG) for the research project "Urban-rural migration and rural revitalization in Japan": To counter population decline and labor shortages in rural Japan, central and local governments have launched programs aimed at revitalizing rural areas by attracting new residents to live and work in the countryside. Although the COVID-19 pandemic has changed the perception of rural life and led to an increase in urban-rural migration, the total number of migrants remains small and is unevenly distributed across Japan. Peripheral areas receive fewer newcomers than regions close to cities. This research project compared urban-rural migration in four municipalities in Kyūshū, Japan’s southernmost main island, to find out how urban-rural migration affects rural revitalization. Although all municipalities offer a wide range of quite similar financial incentives and other support programs aimed at encouraging migration, in none of them were numbers of in-migrants high enough to reverse the overall demographic decline. By combining ethnographic research with policy analysis, the research team found that the way central and local governments conceptualize urban-rural migration influences migrants’ self-perceptions and determines their eligibility for support. These classifications are often based on simplistic criteria, such as a migrant’s place of origin, and overlook the complexity of individual migration experiences. We challenge these traditional categories that classify migrants simply according to their place of origin or view migration as settlement by suggesting a more nuanced understanding of urban-rural migration that includes a broader concept of migration embracing more flexible and temporary mobilities. This perspective acknowledges the fluidity of contemporary migration patterns as in each of the four communities, both short-term and long-term urban-rural migrants have made significant contributions. They have started their own businesses, enhancing the appeal of their new hometowns for both locals and tourists, while also generating employment. Beyond their economic impact, these migrants are influencing local culture by introducing new and often mobile lifestyles and new notions of community. Although these changes may be small in quantitative terms, they are notable in terms of the qualitative transformation they bring to rural areas.
Dies ist die Zusammenfassung des bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vorgelegten Abschlussberichts für das Forschungsprojekt "Stadt-Land-Migration und ländliche Revitalisierung in Japan": Um dem Bevölkerungsrückgang und dem Arbeitskräftemangel in den ländlichen Gebieten Japans entgegenzuwirken, haben sowohl die japanische Regierung als auch die Gemeinden Programme aufgelegt, die darauf abzielen, ländliche Gebiete wiederzubeleben, indem sie neue Einwohner zum Leben und Arbeiten auf dem Lande anwerben. Obwohl die COVID-19-Pandemie die Wahrnehmung des Landlebens positiv veränderte und zu einem Anstieg der Stadt-Land-Migration geführt hat, bleibt die Gesamtzahl der Migranten gering und ist ungleichmäßig verteilt. Insbesondere Kommunen, die weit von urbanen Zentren entfernt liegen, verzeichnen weniger Zuzüge als stadtnahe Regionen. In diesem Forschungsprojekt wurde die Stadt-Land-Migration in vier Gemeinden in Kyūshū, Japans südlichster Hauptinsel, vergleichend untersucht, um herauszufinden, wie diese die ländliche Revitalisierung beeinflusst. In keiner der vier untersuchten Gemeinden war die Zuwanderung hoch genug, um den Bevölkerungsrückgang umzukehren. Alle Gemeinden bieten ein recht ähnliches Spektrum an finanziellen Anreizen und anderen Unterstützungsprogrammen, die auf die Förderung der Migration abzielen. Mithilfe einer Kombination aus ethnografischer Forschung und Policy-Analyse, fand das Forschungsteam heraus, dass die Art und Weise, wie Regierung und Gemeinden Stadt-Land-Migration konzeptualisieren, die Selbstwahrnehmung von Migrant*innen beeinflusst und ihren Anspruch auf finanzielle und andere Unterstützung definiert. Diese Klassifizierungen stützen sich häufig auf vereinfachende Kriterien, wie z. B. den Herkunftsort von Migrant*innen und werden der Komplexität individueller Migrationserfahrungen nicht gerecht. Wir schlagen daher ein differenzierteres Verständnis von Stadt-Land-Migration vor, welches traditionelle Kategorien und Dichotomien überwindet. Stattdessen plädieren wir für ein Migrationskonzept, das flexiblere und kurzfristige Mobilititätsformen einschließt und die Fluidität gegenwärtiger Migrationsmuster anerkennt. In jeder Gemeinde haben Stadt-Land-Migrant*innen mit unterschiedlicher Aufenthaltsdauer einen Beitrag zur Revitalisierung geleistet. Viele haben eigene Unternehmen gegründet und damit die Attraktivität ihrer neuen Heimatstädte sowohl für Einheimische als auch für Touristen erhöht und gleichzeitig Arbeitsplätze geschaffen. Neben ihrem wirtschaftlichen Einfluss, bereichern diese Migrant*innenauch die lokale Kultur, indem sie neue und oft mobilere Lebensstile und alternative Formen von Gemeinschaft praktizieren. Auch wenn diese Veränderungen in quantitativer Hinsicht gering sein mögen, so sind sie im Hinblick auf den qualitativen Wandel, den sie im ländlichen Raum bewirken, doch bemerkenswert.
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